Urlaub im Mariazeller Land 2. – 6. August 2018

Wenn es in der Stadt zu heiß wird und man kaum noch Luft bekommt, fahren wir zur Sommerfrische ins Mariazeller Land. Nicht, dass wir das beim Buchen schon gewusst hätten 😉 Aber so ist das mit der weisen Voraussicht. Also machen wir uns gemeinsam mit D. und R. auf den Weg zu einer romantischen Hütte in Terz am Lahnsattel, die ich bei Air B&B entdeckt habe. Wir treffen den Vermieter beim Gasthaus zur Grenze, denn den Weg zum Haus hätten wir alleine nicht gefunden. Obwohl die Hütte oberhalb der Hauptstraße steht, ist sie so versteckt, dass man das Gefühl hat, ganz allein auf weiter Flur zu sein – abgesehen von den beiden Kühen auf der angrenzenden Weide, die uns meist misstrauisch beäugen.

Da es am Donnerstag noch einige Gewitter gab, verbrachten wir den Tag mit ausgiebigem Mittagsschlafes, Kochen, Essen, Tratschen, Lachen, Sternenhimmel Genießen und was man sonst so zur Erholung tut. Die Hütte ist auch richtig urig und zum Wohlfühlen.

3. August

Man fährt ja nicht in diese Gegend zum Nichtstun sondern zum Wandern – haben wir geglaubt. Und damit sich die NÖ-Card auch auszahlt, bringt uns die Gondel auf die #Bürgeralpe, wo wir die Drei – Seen – Wanderung in Angriff nehmen. Doch selbst am Berg ist es extrem heiß und schwül, dass uns nicht einmal der Blick zum Erlaufsee und zum Hubertussee richtig begeistern kann. Außerdem ziehen bedrohlich aussehende Gewitterwolken herum, wir sind total verschwitzt und beschließen, den Nachmittag in kühleren Gefilden in der Salzaklamm zu verbringen. Davor muss ich aber noch in die Basilika von Mariazell. Wenn ich schon nicht hin wandere, was ich mir eigentlich seit Jahren vornehme, dann möchte ich zumindest zwei Kerzen anzünden – für alle Kinder eine und eine für alle Lieben, die nicht mehr unter uns sind.

Kühles Nass der Salza

Kühle Wege

Der Wanderweg beginnt süd-östlich von Mariazell und schlängelt sich in ein doch relativ enges Tal, bergauf und bergab einen schmalen Waldweg der Salza entlang. Es ist hier wunderschön!! Wir sind alleine, genießen die Ruhe, beobachten Schmetterlinge und Libellen und auch das wirklich kühle Nass, denn D. und ich wagen uns sogar ins eiskalte Wasser. Was für eine Erfrischung bei der Hitze.

Wenn es finster wird, werden die Männer aktiv und packen sämtliches elektronisches Equipment aus um mittels Apps (jaaa! wir haben hier sogar W-lan!) Sterne zu erkennen, den Jupiter auszumachen und die ISS zu verfolgen. Der Sternenhimmel in einer Gegend ohne Lichtverschmutzung ist wirklich beeindruckend. Ich kann mich kaum noch erinnern, wann ich die Milchstraße so klar sehen konnte. Und es ist so angenehm kühl!! Ich genieße es sehr, am Abend eine Weste und eine Decke zu brauchen. Wer hätte das gedacht.

4. August

Der Vorteil, wenn man per Air B&B reist ist, dass man meistens bei Einheimischen unterkommt, die sich dann in der Gegend gut auskennen und auch gute Tipps für Ausflüge, Restaurants usw. gerne weitergeben. Matthias hat uns eine Wanderung durch das Flussbett der Salza zu einem Wasserfall empfohlen. Gummistiefel und Wanderstöcke sind ausreichend vorhanden. D. hat Wasserschuhe fürs Canyoning mit. Somit sind wir hervorragend ausgestattet für dieses kleine Abenteuer. Da es wieder sehr heiß ist, ist das gerade das Richtig und wir sind begeistert. Das haben wir alle noch nie gemacht! Manchmal spürt man die Strömung, dann ist das Wasser wieder ganz ruhig, manchmal geht es uns nur bis zu den Knöcheln, ab und zu bis über die Knie. Das ist besonders dann sehr lustig, wenn R. das Wasser in die Stiefel läuft und er nicht nur einmal Halt machen muss, um seine Stiefel zu entleeren. Ich bin mit meinem Fotoapparat leider nie schnell genug, um das Schauspiel für die Nachwelt festzuhalten. Mein umsichtiger Ehemann hat den Rucksack gepackt. Dann ist da natürlich alles dabei, was man für eine pfundige Jause braucht: Wasser, Bier, Brot, Speck, Käse. Das Leben ist einfach schön und hat so viel zu bieten. Man braucht nicht viel, um glücklich zu sein.

Stärkung muss sein

Flusswanderung in der Salza Nähe Terz

Nach dem Mittagsschlaf, fahren Edward und ich nach Mariazell einkaufen. Es darf wieder mal ein Dirndl sein. ICH habe zwar nicht Geburtstag, aber ab und zu darf man sich schon was schenken.

Eigentlich will R. am Abend im Brauhaus abendessen und hat dort auch einen Tisch reserviert. In Mariazell ist aber die Hölle los. Es wird das Stadtfest gefeiert und wir beschließen, das Lokal auszuprobieren, das uns Matthias empfohlen hat: ein Forellenwirt oben am Berg, weit weg vom Rummel. Den Mooshubwirten können wir nur weiter empfehlen.

5. August

Edward wünscht sich schon lange, beim Lurgbauer in St. Sebastian essen zu gehen. Und was bietet sich da nicht besser an, als sein heutiger Geburtstag, wenn man schon in der Gegend ist. Sonntags hat er leider nur zu Mittag offen. Das Suppenkoma ist somit vorprogrammiert ;-). Wir bekommen wunderbares Rindfleisch serviert, trinken dazu guten Wein und lassen Edward ordentlich hochleben.

Um den Nachmittag nicht komplett zu verschlafen und um das gute Essen kalorientechnisch etwas abzubauen, machen wir doch noch einen kurzen Ausflug zum Wasserfall beim „Toten Weib“ und zur Rossbachklamm, die aber leider wegen Unwetterschäden gesperrt ist. Verbotenerweise gehen wir doch ein Stück in diese eigentlich beeindruckende Klamm hinein, um sie schleunigst wieder zu verlassen, denn sie ist nicht umsonst geschlossen. Kreuz und quer liegen Bäume und Steine im Bachbett und drohen herunter zu stürzen. Da muss wirklich ein ordentliches Unwetter gewütet haben.

Totes Weib bei Mürzsteg
Rosslochklamm

6. August

Ein wunderbarer Kurzurlaub mit lieben Freunden geht zu Ende. Nachdem wir die Hütte wieder in einen ansehnlichen Zustand gebracht haben, machen wir uns auf den Weg nach Graz mit einem kleinen Umweg über den Grünen See, der auch immer wieder einen Besuch wert ist.