4. – 12. Juli 2025

4. JULI 2025
Es ist 12.40 und es geht endlich los. Und sogleich stehen wir auf der Tangente im Stau. Es liegen 430 Kilometer bis zum Zwischenziel nahe Udine vor uns und ich freue mich jetzt schon auf das erste italienische Abendessen heute Abend.
Vollgepackt mit allem, was wir für eine Woche am Wasser brauchen sind wir sehr gespannt, ob alles klappt und wie es wird.
Der Forcast ist nicht so schlecht:

Wir sind um 17.30 hier im Hotel Trilago nach einer Fahrt durch dichten Regen gut angekommen und lassen den Tag am Pool ausklingen. Ich freue mich richtig auf das 1. italienische Abendessen. Damit beginnt der Urlaub dann so richtig. Es geht doch nichts über italienische Pasta 👍🍝

5. JULI 2025

Nach dem Frühstück fahren wir ca. 1,5 Stunden bis zum Bootsverleih kurz vor Casier an der Sile. Nach einer seeehr informativen Einschulung und zwei unter Anleitung erfolgten Anlegemanövern beziehen wir mit Sack und Pack das schon beeindruckend große Hausboot, auf dem wir die nächste Woche verbringen werden. Es ist alles da. 3 Kabinen, Waschräume und Küche und genug Platz, damit man sich wenn es sein muss, auch aus dem Weg gehen kann.
Das Gewitter, das sich mit Donnergrollen und dichten schwarzen Wolken angekündigt hat, zog GsD an uns vorbei und wir machten so gegen 14.00 Uhr die Leinen los und beginnen die Fahrt ins ruhige Abenteuer in Richtung Casale sul Sile, unserem ersten Schlafplatz. Am Weg sehen wir Biber, Schwäne und Taucher, es ist sehr idyllisch.
Das Anlegen klappt auf Anhieb, wir spielen noch eine Runde Würfelpoker und freuen uns auf ein feines Abendessen hier gleich neben der Kirche und dem Anleger im Al Porticciolo.




6. JULI 2025








Wir haben heute später als geplant den wunderschönen Liegeplatz verlassen, weil wir alle länger als geplant geschlafen haben. Nach einer kurzen Schreckminute, weil der Motor abstarb, als das Boot mitten am Kanal in der Strömung lag und sich unsteuerbar in Richtung befestigtes Ufer drehte und Edi im letzten Moment es doch schaffte, den Motor wieder zu starten, fuhren wir gemächlich die Sile entlang bis zur 2. Schleuse in Portegrandi und von dort durch die Lagune bis Burano. Am Weg sahen wir viele Schildkröten, Reiher und Kormorane.
Der Liegeplatz liegt in Mazzorbo mit Blick auf Burano mit seinen bunten Häusern. Falls der vorausgesagte Gewittersturm kommen sollte, liegen wir hier sicher.


Heute war es extrem schwül und diesig, der Stadtrundgang war wegen der Hitze nur mäßig lustig.
Aber jetzt, um 18.30, verbläst der Wind die Hitze und wir freuen uns auf ein gutes Abendessen im von den Touristen leergefegten Ort.
Das Abendessen war supergut und in der Nacht kam dann der Regen, der stetig auf das Boot niederprasselte und mich sanft in den Schlaf begleitet hat.
7. JULI 2025
Wir haben lange geschlafen und um 9.00 Uhr kam dann die Sonne raus. Bevor noch alle Touristen Burano heimsuchen, gehen wir noch rechtzeitig frühstücken und ich kaufe mir das Leinenkleid, um das ich schon länger herumgeschlichen bin. Ein weißes Etuikleid mit handgenähter Spitze um richtig viel Geld. Den passenden Schal um 460 € hab ich mir dann doch verbissen 🙈 Danach waren wir noch beim malenden Balsamico Verkäufer.




Unser nächstes Ziel ist die Klosterinsel San Francesco. Das Anlegen klappt fast reibungslos, doch ist das Kloster samt Garten montags leider geschlossen. Aller Aufwand somit umsonst.
Somit schippern wir gemächlich mit Aussicht auf Venedig, Burano und Murano entlang von Venedig und San Marco mit Blick auf die Seufzerbrücke zur Marina Giudecca, weil wir heute wegen einer Sturmwarnung einen sicheren Hafen brauchen. Das Lustigste beim Anlegen war, dass Gerhard mit Anlauf ins Hafenbecken gestolpert ist. Nachdem er sich nicht wehgetan hat, konnten wir herzhaft darüber lachen. Das Foto, das zur Dokumentation notwendig wäre, ging im Lachanfall unter. Das entschädigt auch für schmerzhafte € 120 Liegegebühr pro Nacht.
Wir haben uns dann noch im nahen Supermarkt mit Getränken eingedeckt und gut zu Abend gegessen.
Die Wolkenstimmung ist ein Wahnsinn, der Wind auch.






8. JULI 2025
Es hat in der Nacht geregnet, was sehr beruhigend war, und das Boot hat mich gut in den Schlaf geschaukelt.
Bis wir startklar waren, hat es heute bis 11.00 Uhr gedauert, auch weil wir uns ob des Wetterberichts nicht sicher waren, welche Route wir einschlagen sollten.
Letztendlich haben wir uns für den Brenta Kanal entschieden, der sich bis auf ein paar hundert Meter eher als Reinfall herausstellte. Er fließt fast ständig entlang der stark befahrenen Bundesstraße zwischen Venedig und Padua, die Villen sind nur selten gut zu sehen und die Ortschaften wenig einladend.




Wir übernachten heute in Oriago und werden da morgen umdrehen und nach zwei zu öffnenden Brücken und einer Schleuse in die Lagune zurückkehren.

Die Nacht wird vermutlich laut und ungemütlich sein.
Mittlerweile ist ein heftiges Gewitter aufgezogen, das hoffentlich bald vorbei ist.

Das Gewitter WAR heftig, es hat richtig geschüttet. In einer kurzen Regenpause hat Edward Pizza für alle besorgt und den verregneten Abend verbrachten wir mit Würfelpoker.
Es hat jedenfalls so abgekühlt, dass ich alle Jacken und lange Hosen anzog, die ich mit hatte – exakt je eine 🤣.
9. JULI 2025
Der Verkehr auf der Hauptstraße am Kanal störte unsere Nachtruhe etwas. Aber das Gewitter ist vorbei, der Himmel azzuro und der naheliegende Minimarkt bietet für unser Frühstück Brot, Joghurt, Wurst und Käse.
Doch die Brückenwarte, die für italienische Verhältnisse überpünktlich um 9.15 Uhr da waren, machten uns einen Strich durch die Ham and Eggs Rechnung. Also Kahn unter Anspannung am engen Kanal wenden und gute 45 Minuten bis zur dritten Drehbrücke fahren und dann frühstücken.
Nach dem Frühstück besuchen wir noch eine der Brenta Villen – die Villa Foscari – die uns mit beeindruckenden Fresken, alten Mobiliar, alten Globen und einem schönen Park beeindruckt.







Da uns der Brenta Kanal sonst ja wenig beeindruckte, schippern wir zurück in die Lagune, genießen die angenehmen Temperaturen und finden bei Vignole einen tollen Schlafplatz für die Nacht, von wo aus uns das Vaporetto am Abend schnell nach Venedig zum Apertiv und Abendessen bringen wird.



Venedig ist einfach nur schön und eine meiner Lieblingsstädte …










10. JULI 2025
Die gestrige Nacht und den heutigen Vormittag haben wir am genialsten Platz der Lagune, in Vignole, verbracht.
Nur ein krähender Hahn hat die Idylle etwas gestört. Der lokale Gemüsehändler hatte mit uns keine Freude, wir mit ihm auch nicht, denn die beeindruckende Ware von Gurken und Paprika war ausschließlich für andere reserviert. Uns blieb lediglich ein Kilo Ochsenherztomaten zu kaufen übrig. Wir haben dennoch wunderbar gefrühstückt, geruht, gelesen und Musik gehört. Gegen 14.00 Uhr brechen wir die Zelte ab und schippern nochmal zur Klosterinsel San Francesco. Leider war die Führung nur auf Italienisch und das, was wir sehen wollten, den Klostergarten, liegt leider innerhalb der Klausur und ist daher für Normalsterbliche nicht besuchbar. Für das Seelenheil spenden wir sicherheitshalber doch € 10.








Heute übernachten wir nochmals in Burano, diesmal nicht alleine.



11. JULI 2025
Heute ist unser letzter Tag am Boot. Wir fahren um 10.30 Uhr in Burano los. Unser Ziel für heute ist Casale sul Sile, der wunderschöne Liegeplatz unter den Bäumen neben dem Seafood Restaurant.
Wir fahren ohne Eile durch die Lagune, genießen zum letzten Mal die vorbeiziehende Landschaft, passieren die Schleuse nach kurzer Wartezeit problemlos und fahren dort wieder in die Sile ein. Am erstbesten Anleger halten wir für einen Mittagsbrunch, den uns drei superlästige Wespen fast vermiest hätten. Übrigens zum ersten Mal während der ganzen Fahrt quälten uns diese Quälgeister.
Am Weg sahen wir zahlreiche große und kleine Schildkröten 🐢 und einen riesigen Biber.




Beim Abendessen zog noch ein richtig kalter Wind auf, sodass wir nicht lange sitzen blieben, sondern schon bald den geordneten Rückzug antraten.




12. JULI 2025
Es war eine kühle regnerische Nacht, doch in der Früh kam dann doch die Sonne raus. Nach dem Frühstück packen wir unsere Sachen, weil wir pünktlich um 12.00 Uhr in Casier das Boot retournieren müssen. Darum starten wir um 10.00 Uhr wie ausgemacht die letzte Etappe auf der Sile.





Hausbootfahren ist so entschleunigend und Urlaub pur. Wir haben fantastisch gegessen, Venedig aus einer komplett anderen Perspektive erleben dürfen, und festgestellt, dass der Brenta-Kanal kein Highlight ist.

Und immer, wenn wur wieder in Österreich sind gibt es …

